Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

H.U.N. (Huhnited Nations)

Administrator on Mar 01 2013

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so. Also Hulda hat vor Kurzem zum ersten Mal von den „huhnited nations“ gehört.

Es war ein spannender Bericht darüber, dass Hühner über alle Erdteile, über alle Kulturen und über alle Religionen hinweg zu finden sind. Es gibt dick befiederte Polarhühner und fast nackte Saharahühner. Überall gibt es Hühner. Und das Huhn - das ist für Hulda nun der Wermutstropfen- das Huhn ist das einzige Tier, das weltweit in allen Kulturen gegessen wird. Keine Religion und keine kulturell geprägte regionale Küche findet Anstoß am Huhn. Es sei denn, die Hühnerhaltung wird mal wieder diskutiert, bis die Ekelbilder vor Ostern wegen des Ostereis wieder aus den Medien verschwinden müssen.

H.U.N. Nicht Hulda´s united nations, das wäre wirklich vermessen. Aber „huhnited nations“, das klingt schon wirklich gut. Hühner aller Länder vereinigt euch! Und Hulda ist sich sicher, dass die vereinigten Hühner aller Länder wohl manches besser machen würden als das verbale Vorbild in der UN. Da wird gegenseitig im Sicherheitsrat blockiert; die einen unterstützen Nordkorea, das sein Volk im Hunger verrecken lässt und mit Atombomben spielt; die anderen verkaufen Waffen an den Diktator in Syrien; anderen wollen die Aufständischen bewaffnen; wiederum andere haben Abkommen mit Italien, das Flüchtlinge vor der Küste jämmerlich ersaufen lässt. Die Frage nach der Bundeswehr in Mali ist damit noch gar nicht gestellt. Wussten Sie eigentlich, dass deutsche Pioniere schon länger dort unterwegs sind? Seit 2007 gibt es ausgemustertes Material und seit 2009 personelle Unterstützung.

Hulda ist sich sicher: Hühner könnten das alles viel besser. Die tausende Jahre alte Überlebensstrategie, die Bereitschaft, sich anzupassen und bei genügend Auslauf friedlich miteinander zu leben, davon könnten sich die Menschen etwas abschauen.
Wobei- Hulda ist sich plötzlich gar nicht mehr so sicher. Also gehen wir einmal davon aus, dass die Hühner tatsächlich an die Macht kämen- dann wären die Forderungen nach dem Ende des Massensterbens von Hühnern für den menschlichen Verzehr schnell auf der politischen Tagesordnung. Und sobald ein überstaatliches H.U.N.-Gewaltmonopol vorhanden wäre, dann würde man das Verbot von Hühnerfleisch sicher auch durchsetzen. Es geht schließlich um die Existenz. Und auch das unnütze Nachwuchswohnungsanmalern in der Passionszeit (die 7 Wochen vor Ostern) würde sicher auf erheblichen Widerstand stoßen. Und dann noch das unnötige „In-den Vordergrund-Drängen“ der Dürerschen Osterhasen. Dürer hat zwar viel aus der Bibel gemalt, aber in der Ostergeschichte kommt nur der Hahn vor. Also weg mit den goldigen und lila grinsenden Schunkelhasen, die bereits seit Wochen die Kalorientabellen und Haushaltswaagen unsicher machen.

Und was wäre, wenn es neben den H.U.N. noch weitere animalische Vereinigungen gäbe? Für Schokohasen und Co.?
Hulda kommt mal wieder nicht recht weiter.
Trotzdem: H.U.N. hätte dennoch einen gewissen Charme, und wenn nur den, dass man mal neu über manches nachdenkt. Gesegnete Kar- und Ostertage!

Meint Hulda

(tw 03/2013)

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