Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Heilig Abend verpassen?

Administrator on Dec 01 2012

Heilig Abend verpassen? Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so. Also Hulda hätte in diesem Jahr fast den Heiligen Abend verpasst. Ein Phänomen, das ja landesweit alle Jahre wieder zu beobachten ist.

Fast jeder ist in Hektik und Eile, als ob die Terminvergabe für Weihnachten erst kurz vor dem 24.12. erfolgen würde. Und dennoch war es in diesem Jahr etwas Besonderes. Von allen Seiten wurde Hulda auf ein Phänomen angesprochen, das sich Hulda erst mühsam erschlossen hat.

Der Majakalender war plötzlich aktuell. Hulda weiß nicht mehr, seit wann genau, und auch nicht, wer zuerst darauf gekommen ist. Aber plötzlich sprachen alle vom 21.12.12 als Termin für den Weltuntergang. Angeblich hätten die Majas das ausgerechnet oder waren nur zu faul, um den Kalender noch weiter zu führen, oder man hat den letzten Teil einfach nur noch nicht gefunden.
 
Wie auch immer. Plötzlich machten sich Menschen Gedanken über das Ende der Welt. Hulda war nur noch am Wundern. Da schmelzen Polkappen, da verschwinden Gletscher, da drohen Inseln im Pazifik zu versinken – und alles geht seinen Gang. Aber ein Majakalender versetzt Menschen in Angst und Schrecken? Nun ist auch dieser Weltuntergangstermin der Maja, wie schon einige andere, in der angekündigten Form vorbei gegangen. Und nun? Weihnachten war am 24.12., wie es auch nächstes Jahr - manchen wird auch das wieder überraschen - am 24.12. sein wird.
 
Manche hatten in der Not noch am letzten Tag ein Geschenk gekauft, das man nun wieder umtauscht. Andere haben in der Not noch am letzten Tag so viel zum Essen und Trinken gekauft, dass sie bis August brauchen, um sich wieder in der Badehose und im Bikini wohlzufühlen. Und andere werden - wie jedes Jahr - zwischen den Jahren in sich gehen und gute Vorsätze für 2013 fassen. Vielleicht sollte man auch ohne Majakalender einmal über das Leben nachdenken? Über die Polkappen, über die Gletscher, über das eigene begrenzte Leben?
 
Und über das, was man tun kann und über das, was man lassen kann? Über Menschen, die inmitten des Wohlstandes auf die Unterstützung der Tafel angewiesen sind zum Beispiel. Und man könnte nachdenken über die Kinder, denen der Zugang zum Lesen und Schreiben fehlt. Und man könnte vielleicht auch mal was machen und nicht darauf warten, dass andere etwas tun. Und man könnte darüber nachdenken, dass letztlich nichts bleibt wie es ist? So zwischen Weihnachten und Neujahr, im Rückblick auf 2012 und im Ausblick auf 2013, da hat man dazu fast schon wieder zu viel Ruhe. Bis dann der Aztekenkalender aktuell wird, oder der der Ameisen, oder so.

Meint Hulda
 
(tw 12/2012)

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