Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda - erst denken, dann reden

Administrator on Jan 01 2013

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so, also Hulda kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was sich alles auf einmal verändert.

Höchst offiziell wird in der Frankenpost vom 14. Januar diesen Jahres „Rehau, ein kriminelles Pflaster“ genannt. Ohne Leserbrief und Gegendarstellung. Ist das jetzt offiziell? Müssen wir alle um die Sicherheit unserer Blumentöpfe und Gartentürchen fürchten? Anscheinend ist die Problemlage sogar bis nach Berlin gedrungen, so dass sich der Bundesinnenminister höchstpersönlich umsehen musste. Unter starkem Geleitschutz in Uniform und in Zivil hat er sich in der Kirche St. Jobst und im IKKP anscheinend sicher gefühlt. Aber - so Sie die Frankenpost vom 14.1.13 nicht gelesen haben sollten - es geht nicht um crystal speed oder andere schwere Delikte. Es hat nur die Perlenkönigin die Fronten gewechselt und mischt als Bonnie (oder war es Clyde?) mit den FNF-Gangstern die 5. Jahreszeit durcheinander.

Was sich nicht alles verändert. Man darf es ja inmitten der Wahlkämpfe - gibt es eigentlich überhaupt noch eine Zeit ohne? - man darf es fast nicht aussprechen, aber auch Wahlen verändern ständig etwas. Da wurden welche gewählt und nicht gewählt. Andere wollen erst noch gewählt werden. Apropos Wahlen und Stimmabgabe- Hulda hofft für ihren eigenen Nachwuchs, dass sich möglichst viele bei der Unterschriftensammlung im Rathaus gegen Studiengebühren in Bayern beteiligt haben.

Was sich nicht alles verändert. Die Erbfeindschaft mit den Franzosen wurde zur Erbfreundschaft erklärt. Große Feiern auch in Rehau lassen hoffen, dass die Hassprediger gegen die anderen endlich aussterben. Da haben lokale Spitzenfunktionäre der deutsch- französischen Freundschaft sogar einen Empfang in Berlin beim Bundespräsidenten sausen lassen, um in Rehau den 22.1.13 gebührend zu feiern. Oder hatten die angesichts der kriminellen Pflasterarbeiten, auch wenn sie nur karnevalistischer Art sein mögen, keine andere Wahl? Hoffentlich macht diese neue Duzfreundschaft zwischen Angela und François Gérard Georges Nicolas den Briten nicht zu viel Angst. Was wäre eine EU ohne englisches Essen, ohne Prinz Harry und Linksverkehr?

Was sich nicht alles verändert. Hulda war ja schon immer Handballfan. Nicht erst seit 2007. Dass die Mannschaft und der Trainer erst klein geredet wurden, um dann nach gemächlichem Anfang wieder Geheimfavorit zu werden und dann gegen Spanien, einen der erklärten Favoriten mit Heimvorteil, nach einer spannenden Halbzeit viel zu hoch zu verlieren, das fand Hulda wirklich spannend. So alles von den Kommentatoren ernst gemeint war, hat man diesmal wirklich entspannt den Neuaufbau einer jungen Mannschaft wohlwollend begleitet. Nicht ganz zu verschleiern war dann nach einigen guten Spielzügen doch die Hoffnung, es könnte eine große Überraschung werden, die dann wie erwartet doch wieder ausblieb.

Hulda war wirklich überrascht. So eine ausgewogene Sichtweise, noch dazu öffentlich kommentiert, ist wirklich selten zu finden. Das alte Spiel, dass junge neue Kräfte himmelhochjauchzend mit vorgetäuschter Rücksichtnahme ins Rennen gejagt werden, um dann beim ersten Aufflackern von Kompetenz mit Erwartungen erschlagen zu werden, ist oft erprobt. Und dann wird das junge Team nach einem Scheitern wieder einmal mit immer neuen, schon vorher längst besser gewussten, Ratschlägen gesteinigt. Diese Unart blieb ansatzweise bei der Handball-WM aus.

Vielleicht ändert sich im Umgang miteinander - sei es im Reden über den politischen Gegner oder hinter dem Rücken von Freunden - sei es im hitzigen Spiel mit Gegenspielern und mit Fehlversuchen gestraften Vereinskameraden, vielleicht ändert sich wirklich mal was - vielleicht - meint Hulda.

(tw 01/2013)

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