Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda ist bunt

Administrator on Apr 01 2012

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so. Also Hulda hat mitbekommen, dass in den letzten Wochen merkwürdige Veranstaltungen gelaufen sind. Da wurden eiligst von rechtsradikalen Kräften Versammlungen angemeldet und durchgeführt.

Die Neonazis nutzen die demokratischen Grundrechte und die verfassungsmäßige Versammlungsfreiheit, um letztlich die Werte der Verfassung in Frage zu stellen.

Genauso schnell wurden spontan Gegenveranstaltungen angemeldet und organisiert. So in Hof, in Regnitzlosau und in Plauen. Gemeinsam standen Bundestagsabgeordnete, Landtagsabgeordnete, Landrat, Bürgermeister, Dekan, Bürgerinnen und Bürger und engagierte Christinnen und Christen nebeneinander.

„Wozu die Aufregung?“, hörte Hulda von einigen argumentieren. Eine gute Demokratie hält das doch aus. Jeder und Jede darf und soll öffentlich seine Meinung sagen.

Einige sind sogar der Meinung, dass man den menschenverachtenden Kräften zu viel Gewicht gibt, wenn man überhaupt darauf reagiert.

Hulda hat einen kleinen Kopf, aber sie versteht diese Sicht nicht wirklich. Natürlich hält eine Demokratie den Streit um die Wahrheit aus. Demokratie wird doch geradezu dadurch definiert. Was aber, wenn Grundwerte der Demokratie in Frage gestellt werden? Zum Beispiel die Gleichheit aller Menschen, unabhängig der ethnischen Herkunft und der religiösen Haltung? Dann muss man auch wenn man die Meinungsfreiheit akzeptiert, deutlich machen, wo man selber steht.

Die Geschichte zeigt doch, dass der Gleichschritt der Leisetreter eine Demokratie immer wieder aufs Neue erschüttert. Wer sich nicht verhält, verhält sich immer auch irgendwie. Eine schweigende Mehrheit lässt sich treiben und braucht sich nicht zu wundern, wenn sie letztlich eine radikale Minderheit unterstützt, indem sie ihr die Deutehoheit und die Meinungsbildung überlässt.

Hulda hat vor Kurzem eine interessante Geschichte gehört.

Ein Mann kam in die Hölle und beschwerte sich beim Teufel. „Ich bin hier völlig falsch! Ich habe nichts getan!“ Der Teufel hörte einige Zeit zu und fragte nach: „Du hast wirklich nichts getan?“ „Stimmt, nie habe ich etwas getan,“ bekräftigte der Mann. Der Teufel fragte noch einmal: „Du hast nie Deine Stimme für die Schwachen erhoben, Du hast Dich nie schützend vor die Verfolgten gestellt, Du hast nie dafür gekämpft, dass Menschen in Freiheit leben können?“ Der Mann nickte heftig: „Ich sagte doch, ich habe nie etwas getan, ich habe mich immer herausgehalten!“ Der Teufel gab dem Mann ein Zeichen, in die Hölle einzutreten. Als der Mann am Teufel vorüberging, drückte er sich an die Wand, um mit diesem Menschen ja nicht in Berührung zu kommen.

Geben Sie der Menschenwürde Ihre Stimme und Ihr Gesicht. Zeigen Sie Farbe für die Freiheit in diesem Land. Für die Würde aller Menschen. Am 1.Mai in Hof ist wieder Gelegenheit. Hochfranken ist bunt. Und wer weiß, wann die Rehauer die bunte Unterstützung aus den Nachbarorten herbeisehnen.

Meint Hulda!

(tw 04/2012)

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