Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und das Bild des Jahres

Administrator on Dec 01 2015

the refraiming consulting

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so, also Hulda liebt Bilder. Gezeichnete, fotografierte und selbstverständlich auch sprachliche. Na gut, manche sind suboptimal, wie das Bild vom dummen Huhn oder andere sprachliche Ausrutscher in Funk und Fernsehen. Trotzdem: Hulda liebt die Bilder der Jahresrückblicke.

Na gut, lieben ist vielleicht verkehrt, da auch viele schreckliche Bilder in Druckwerken und TV-Sendungen auftauchen, die auch Hulda am liebsten weit unten im Nichtbewussten verstecken würde. So ähnlich wie die privaten 100.000 digitalen Bilder der letzten Jahre, die auf Nimmerwiedersehen in den digitalen Weiten des Computers versenkt wurden.

Hulda und das Bild des Jahres
Hulda überlegt, was denn ihr persönliches Bild des Jahres war oder wäre oder sein könnte? Nur wo anfangen? Weltweit bei „Je suis Charlie“ Anfang des Jahres oder dem toten Flüchtlingskind am Strand? Bei den deutschen Tornados auf dem Weg nach Syrien? Oder bei den Sofortaufnahmen im familiären oder öffentlichen Bereich?Hulda vermutet, dass jede und jeder sein Bild des Jahres hat. Vielleicht auch mehrere Bilder des Jahres in verschiedenen Kategorien: aufregendster Moment, traurigster Augenblick, stärkste Leistung, überraschendes Erlebnis, blödeste Anmache, schrägste Kommunikation, übelste Unterstellung, schönster Dank, bestes Lob und wie die Rahmen für die Bilderflut alle heißen müssten.

Hulda hängt sich einfach einen leeren Rahmen auf. Da kann Hulda dann noch überlegen und entscheiden, was wann wie passt. Oder noch besser: Hulda hängt verschiedene Rahmen und in allen das gleiche Bild auf? Klingt saudoof, fast schon nach Huhn, aber das ist auch eine Möglichkeit. Denn Lebewesen, die sich erinnern und nachdenken, ist es möglich, Bilder in ihrer Erinnerung neu zu bewerten. Nicht dass man Hühnerkacke gleich für Gold verkaufen müsste - aber nichts Böses ohne etwas Gutes und jeder Abschied, dem der Zauber eines neuen Anfangs inne wohnt - oder neudenglisch: reframing. Der Begriff stammt von Virginia Satir und ihrer familientherapeutischen Arbeit. Es ist der kreative Versuch, den Blickwinkel oder eben den Rahmen für ein Ereignis zu verändern. Die Chance besteht darin, neue Aspekte und gerade auch neue Impulse für die eigene Entwicklung zu entdecken. Hulda überlegt schon, wo sie sich ihre neuen Rahmen besorgt. Satir und Satire ist nicht jedermanns Geschmack, aber ein Rahmen, der Dinge gelassen in einen anderen Blick nimmt.

In diesem Sinne einen gute Rahmen für die Bilder 2015. Und Gottes reicher Segen möge Ihnen Ihr Jahr 2016 einrahmen.


Meint Hulda

(tw 12/2015)

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