Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und das Geburtstagsgeschenk

Administrator on Oct 01 2014

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so. Also Hulda muss wieder einmal mit einer Zeitansage nerven. Nein, es geht Hulda jetzt nicht um den Osterschmuck in der Passionszeit. Und nein, Hulda geht es jetzt auch nicht um die Nikoläuse und Lebkuchen, die aus geschmacklichen Gründen seit Anfang September verkauft werden müssen.

Die werden sonst bis Heilig Abend schlecht und schmecken dann niemand mehr. Hulda geht es heute, oder besser gesagt morgen, um ein ganz anderes kirchliches Fest, das zwischen Ostern und Weihnachten liegen sollte. Sollte, weil inzwischen kaum einer mehr wahrnimmt, dass es dieses Fest überhaupt gibt. Demnächst ist der 31. Oktober. Und, klingelt es? Besser gesagt, klopft es schon? Hulda meint jetzt nicht das Klopfen von gruseligen Gestalten an den Türen, die mit „Süßes oder Saures“ bzw. im Original „trick or treat“ (Streich oder Überraschung) um kleine Geschenke betteln. Übrigens auch ein alter christlicher Brauch, der vom Vorabend des Allerheiligen-/Allerseelentages über Irland nach den USA auswanderte und dann, wie so vieles andere, etwas geschmacklos wieder zurückkam. Rübenköpfe gab es außerdem schon lange vorher, auch in Franken.

Das alles meint Hulda nicht. Hulda meint die Schläge des Hammers von Dr. Martinus Luther, mit dem er seine 95 Thesen an die Schlosskirche zu Wittenberg gehämmert hat. Oder auch nicht, wie manche Forscher behaupten. Aber Hulda findet den kahlgeschorenen Mönch, der am Abend bei Kerzenschein die Tür der Schlosskirche mit Flugblättern zupflastert, aufregender, als gedruckte Aufrufe zu einer wissenschaftlichen Diskussion, übrigens auf Latein, unter Gelehrten.
Wie auch immer, auf jeden Fall ist morgen der 31. Oktober. Und geschichtsbewusste Lutheraner erinnern an die Geschichte, die 1517 in Wittenberg in Sachsen begann. In Trier zum Beispiel in der Konstantin Basilika mit Malu Dreyer in Form einer Kanzelrede. Ach ja, Manu Dreyer, nur falls Sie es auch nicht wussten, ist die Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz. Begründet wird dies mit dem Motto „Kirche und Politik“. Hulda weiß inzwischen, dass seit 2007 jedes Jahr bis 2017 mit einem Motto auf das große Reformationsgedenken hinweisen soll.


2014/2015 ist das dann das neue Motto „Reformation und Bild“. Dazu gibt es dann auch täglich eine Internet-Bildbetrachtung, gewissermaßen eine Comicversion der Tageslosung, nur dass die Comics von alten Meistern und so gestaltet wurden. Mehr unter: http://www.die-bibel.de/startseite/
Und wer nicht nach Trier will und auch kein Internet hat, der kann den Reformationstag mit dem Start der Aktion „Reformation und Bild“ in Oberfranken ab 16.00 Uhr in der Stadtkirche Münchberg verfolgen. Dort werden die 12 Kunstwerke zu den 12 zentralen reformatorischen Bibelworten gezeigt und dann wird im Gottesdienst um 17.00 Uhr die Aktion „12 Orte -12 Worte“ von Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner eröffnet. Und wem das zu weit ist, der kann ab 1.11.2014 bis 30.10.2015 eines der Kunstwerke von Tobias Ott in St. Jobst in Rehau vor und in der Kirche erkunden.


Ganz schön was los am Geburtstag der lutherischen Kirche, findet Hulda. Und welches Geschenk haben Sie sich für 2017 überlegt?


Meint Hulda.

(tw 10/2014)

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