Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und das Image einer gottlosen (?) Stadt

Administrator on Sep 01 2014

Das Image einer gottlosen Stadt? Oder wie man sich täuschen kann!

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so. Also Hulda ist sich wieder mal ziemlich dumm vorgekommen. Alle, so hat Hulda gelesen, haben nun einen Imagefilm - nur Hulda nicht.Hulda wurde trotzdem neugierig und hat gleich im Internet den Imagefilm von Rehau auf YouTube angeschaut. Ein richtig schöner Film. Voller schöner Bilder, die das Herz erwärmen ...

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so. Also Hulda ist sich wieder mal ziemlich dumm vorgekommen. Alle, so hat Hulda gelesen, haben nun einen Imagefilm - nur Hulda nicht. Hulda wurde trotzdem neugierig und hat gleich im Internet den Imagefilm von Rehau auf YouTube angeschaut. Ein richtig schöner Film. Voller schöner Bilder, die das Herz erwärmen.

Als kirchlich sozialisiertes Geflügel fragt sich Hulda jedoch: Warum taucht das älteste und einzige Gebäude von Rehau, das den ersten großen Stadtbrand überstanden hat, irgendwie verfremdet auf? Fast schon verschämt schwenkt die Kamera nach dem Blick auf das Kunsthaus auf die Stadtkirche. Kurzer Kommentar dazu aus dem Off: „Ausstellungen und (Kameraschwenk) Konzerte!“
Zumindest im Mehrgenerationenhaus sieht man im Film für längere Zeit ein Kreuz im Hintergrund. Wenn auch der evangelisch diakonische Träger nicht benannt wird. Interessant ist weiterhin, dass Krippen- und Kindergartenplätze nicht den beiden Kirchen, sondern irrtümlich dem MGH zugeschrieben werden.
Hulda fragt sich, ob bei 2/3 Christen in Rehau nicht auch zwei von drei Neubürgern Interesse an Gottesdiensten, Taufen, Konfirmationen, Trauungen, Beerdigungen und den vielen anderen jahrhundertealten christlichen Bräuchen haben könnten?
Hulda erinnert sich außerdem an Zeiten in diesem Land, in denen neue Arbeitskräfte sehr gerne ins Freitagsgebet gegangen sind. Aber das ist lange her. Doch heute hätte man zumindest auf die Heiligabendgottesdienste hinweisen können, denn schließlich ist der 24.12. für fast alle Mitbürger ein Fixtermin. Doch wenn man schon auf das Weihnachtsdorf als Imageträger verzichtet, darüber ist Hulda nicht wirklich böse, ist das vielleicht die ausgleichende Gerechtigkeit.
Sollten die christlichen Kreise und alle, die das „C“ wie „christlich“ im Namen tragen, sich nun über diesen Film grämen oder gar aufregen - vielleicht, so könnten sich alle ernsthaft überlegen, erkennt man einfach nicht mehr, wie viele Christinnen und Christen in Rehau wohnen und arbeiten. Vielleicht ist das Christsein als Unternehmer, als Angestellter, als Vereinsmitglied gar nicht mehr wahrnehmbar? Oder ist das heute sogar eher imageschädigend?
Mal sehen, wer in Zukunft wieder die alten protestantischen Sekundärtugenden wie Fleiß, Selbstbewusstsein, Freiheit usw. auf die Agenda ruft - oder gar das christliche Menschenbild und das christliche Abendland. Hoffentlich nicht nur dann, um nichtchristliche Neubürger aus anderen Kulturkreisen auszugrenzen.
Oder, überlegt Hulda, sind die christlichen Werte und ethischen Überlegungen sowie die liturgischen Gebräuche und Gottesdienste so selbstverständlich, dass man darüber gar nicht mehr sprechen muss? So wenig wie über die Kanalisation unter den schicken Straßen oder die Feuerwehr, die man ja auch nur bemerkt, wenn man sie braucht?

Meint Hulda
(tw 09/2014)
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