Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und Erntedank

Administrator on Sep 01 2007

Haben wir nicht alle einen Bauern?

Hulda, nennen wir das Huhn einfach mal so, also Hulda ist verwirrt:
Am 30. September Erntedankfest und am 7. Oktober Erntedankfest.

Also nicht so, dass die Geschäfte ähnlich wie im Advent schon wieder einmal vorher feiern täten. Das dachte Hulda zunächst. Nein, die Kirchen selber fangen nun damit an. Zeigt Huldas Idee Wirkung? Immer alles früher zu feiern, damit irgendwann alles wieder am alten Ort ist? Leider nein! Die Geschichte ist die, Hulda hat sich kundig gemacht: Die Evangelischen feiern Erntedank nach Michaelis (29.9.) und die Katholiken immer am 1. Sonntag im Oktober. Daher die Verwirrung. Hulda begreift, dass der Teufel der Einheit der Kirchen im Detail liegt. Die Predigten sind wohl ähnlich, die Gemeindeglieder auch, aber eine echte Gleichheit gibt es nicht. Viele seufzen darüber.

Hulda denkt an die anderen Tiere auf dem großen Bauernhof. Alle haben einen Bauern, so behaupten manche, und doch leben sie ganz unterschiedlich. Weil der eine Stall früher und er andere Stall später gebaut wurde. Weil die eine lieber Heu und die andere lieber Körner mag. Hulda ist froh nicht so zu leben wie die Kühe. So mit Kette und der täglichen Zwangsabgabe beim Melken. Hulda lebt in Freiheit und gibt was sie geben will: Jeden Tag ein Ei und sonntags auch mal zwei. Darüber freut sich der Bauer und ist dankbar. So wie er sich bei den Kühen auch freut.

Hulda möchte nicht tauschen, und Hulda will auch nicht, dass die anderen so werden, wie sie ist. Ob, dass auch die Menschen bedenken, die Einheit rufen und meinen: Werdet so wie ich? Hulda weiß es, und ihr Bauer weiß es auch: Einer von der Sorte sind mehr als genug.

Meint Hulda.

(tw 09/2007)

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