Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und: Glaube in Gefahr

Administrator on Sep 01 2015

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so, also Hulda weiß gar nicht so recht, was eigentlich neben dem Jahrhundertsommer 2015 und den Flüchtlingsströmen aktuell noch diskutiert wird. Die dicke Berta war zu Besuch und konnte vor Hitze kaum laufen. Und wenn Berta zu Atem kam, dann ging es eben ums Wetter. Oder eben um die Bilder der vielen Menschen auf der Flucht.

 Eine Geschichte fanthe anti-shitstorm consultingd Hulda dann wirklich zum Gackern. Berta hat von ihrer Bäuerin, Frau Herr, erzählt. Die war letzthin ganz begeistert, dass die schon lange auf dem Hof lebenden dunkelbraunen Hühner „wunderbare Leger“ seien. Hulda kringelt sich noch immer vor Lachen - als ob die geschissene Gottesgabe tatsächlich von der Farbe des Federkleides abhängig sei. Ach ja, da gab es noch eine aufregende Sache. Hulda hat mitbekommen, dass der bayerische Ministerpräsident den ungarischen Premierminister Orbán nach Banz eingeladen hat. Was gab es da für Aufregungen. Hulda hat ganz eigene Theorien dazu. Hulda ist sich sicher, dass Seehofer in den 100-jährigen Fußstapfen von FJS, wohl ähnliche Pläne hat wie Strauß mit der DDR. Vermutlich wird Seehofer auch einen Milliardenkredit einfädeln, in der Hoffnung, dass der Grenzzaun geöffnet wird und Orbán nach Chile verschwindet. Berta hält das für weit hergeholt. Aber Hulda meint: Abwarten. Dem Kommunistenfresser Strauß hatte das damals auch keiner zugetraut. Es steht schon in der Bibel, dass Christen klug wie Schlangen sein sollen. Wobei Lederhosen aus Schlangenhaut? - Aber das ist ein ganz anderes Thema…

hulda_glaube_in_gefahr_09-2015.jpg Und noch etwas fasziniert Hulda: das ganze Gejammer über mangelndes Engagement und fehlende Ehrenamtliche wird Tag für Tag widerlegt. Radio Thüringen spielt ständig Gruppen und Kreise ein, die sich mit tollen Aktionen für AsylbewerberInnen engagieren. Der Landrat in Hof veranstaltet einen Helferdank für die Ehrenamtlichen, Bürgermeister stiften Malkästen für Zuckertüten der Flüchtlingskinder, Fahrradmechaniker bieten Praktika an - Hilfe zur Selbsthilfe. Es gibt kostenlose Deutschkurse, die LehrerInnen in der Freizeit organisieren und vieles mehr.

Nur eines sollten manche noch lernen, findet Hulda: Nasse Kleidung gehört nicht in Plastiktüten und schon gar nicht in die Spendenabgabe. Aber vermutlich waren die Menschen so hilfsbereit, dass sie gar nicht mehr abwarten konnten, bis die Wäsche trocken war. Auch diese Theorie findet Berta weit hergeholt, aber Hulda glaubt fest an das Gute in jedem Menschen.

Hulda ist manchmal kurz davor, den Glauben zu verlieren. Den Glauben an Gott, wenn sie die Bilder aus Katastrophengebieten sieht. Und den Glauben an das Gute, wenn sie manche Kommentare auf Facebook oder genauso hinterfotzig hinter vorgehaltener Hand mitbekommt. Hulda hat nichts gegen eine echte Diskussion, aber gegen Schöntun vorne rum und feig von hinten nachtreten.

Wie gesagt, Hulda könnte manchmal den Glauben verlieren. Doch bei den aktuellen Bildern ist der Glaube nicht in Gefahr. Übrigens auch nicht der Glaube für die muslimischen Flüchtlinge, denn in Rehau und München und andernorts engagieren sich die Moscheevereine tatkräftig.

Und der christliche Glaube ist auch nicht in Gefahr, denn jede und jeder kann so oft er will bei uns in der Bibel lesen. Auch die Stelle von den Schlangen. Und wer keine Bibel haben sollte - die Gideons verteilen diese freundlich, großzügig und kostenlos.

Mein Hulda.

(tw 09/2015)

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