Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und Gurkenschurken

Administrator on Apr 01 2013

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so, also Hulda weiß nicht so recht, was sie von der nordkoreanischen Kriegsrhetorik halten soll. Wie kann ein Land wie Nordkorea in der Lage sein, eine Atombombe zu entwickeln?

Wie kann ein Land mit einer annähernd ähnlichen statistischen Verteilung von Intelligenz wie in anderen Ländern einen Menschen wie Kim Jong Un an der Macht halten? Hulda ist ohne Verständnis, wie Menschen das Leben anderer Menschen durch ideologische Verblendung in Gefahr bringen können. Schon in der Fernsehserie M.A.S.H. - der Pilotfilm von Robert Altman bekam einen Oskar - macht sich der Protagonist Hawkeye Pierce seine Gedanken über den Krieg. Die Serie spielt in einem Lazarett im Koreakrieg im letzten Jahrtausend. Pierce aus Crabapple Cove in Maine, Arzt in der M.A.S.H.-Einheit, macht sich an der Front viele Gedanken über die ideologischen Ursachen des Koreakrieges. Pierce sieht eine Möglichkeit, weitere militärische Operationen, und damit tausendfaches Leid für Soldaten und Zivilisten, abzuwehren, indem sich zwei Generäle stellvertretend prügeln sollten. Diese Idee, so erinnert sich Hulda, hatte übrigens auch schon so ähnlich Erich Maria Remarque in seinem Buch über den ersten Weltkrieg „Im Westen nichts Neues“ ausgeführt.

Aber zurück zu Kim Jong Un, dem Hulda auf den ersten Blick ja nicht einmal zutraut, einen Mopedführerschein zu machen oder selbstständig Fahrrad zu fahren. Dieser Mann ist wohl deutlich gefährlicher als sein jugendliches, fülliges Gesicht vermuten lässt. Einige Fachleute trauen ihm und seinen Militärs die Atombombe tatsächlich zu. Und damit ist auch die Fähigkeit gegeben, andere und dann in der Logik des präventiven Erstschlags, auch sich und das nordkoreanische Volk ernsthaft in Lebensgefahr zu bringen. Inwieweit die Politik der Weltmächte in den vergangenen Jahrzehnten, mit dem ihr eigenen Kriegsvokabular, diese aktuelle Situation bedingt hat, wäre einer äußerst spannenden Untersuchung wert.

Hulda erinnert sich an einen weiteren Film, der tatsächlich in den 50er-Jahren entstand: „Die Maus, die brüllte“ mit Peter Sellers. Angesiedelt in den Alpen liegt das fiktive Herzogtum Groß Fenwick. Dem Land droht die wirtschaftliche Krise, weil die USA den heimischen Wein kopierten. Also wird beschlossen, die USA anzugreifen, den Krieg zu verlieren und mit der dann erwarteten Wiederaufbauhilfe der USA den Staatshaushalt zu sanieren. Hulda reibt sich die Augen. Nichts Neues unter der Sonne also. Ob Kim Jong Un neben seinen phantastischen Tagträumen vielleicht auch mal ins Kino geht? Hulda fiel beim ersten Säbelrasseln diese Parodie ein und vielleicht spekuliert der nordkoreanische Diktator tatsächlich auf eine militärische Niederlage. Danach könnte er mit erhobenem Haupt die dringende Hilfe für sein verhungerndes Volk annehmen.
Leider gewinnt durch merkwürdige Zufälle Groß Fenwick den Krieg gegen die USA. Dennoch kommt es letztlich zu einem Happy End. Die Wünsche der Großherzogin, als sie ihre Truppen zum Krieg gegen die USA verabschiedet, gingen in Erfüllung: „Ich möchte nicht, dass jemand verletzt wird!“ Hoffentlich gelingt dies auch in dem aktuellen Koreakonflikt.

Meint Hulda.
 
(tw 04/2013)

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