Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und Hoeneß, Wahlen, Krim & Co

Administrator on Mar 01 2014

Hoeneß, Wahlen und die Krim - und was ist eigentlich mit Syrien?

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so, also Hulda hat einen medialen Katarrh. Was da alles wieder einmal durch die Medien geistert - und man fragt sich, wozu?

Ein Jurist und ehemaliger Landesvater in Bayern muss nach einem Urteil vor aller Ohren, ob sie es hören wollen oder nicht, beteuern, dass Hoeneß immer einen Platz beim FCB haben wird. Hulda denkt sich so ihren Teil und fragt sich, ob Mehmet, der jugendliche Serienstraftäter, damals nicht ähnliche Resozialisierungsversuche gebraucht hätte. Aber den hat man abgeschoben. Hulda kalauert jetzt nicht auch noch, dass man Hoeneß ja nach Dortmund ins Exil schicken könnte. Aber medial kommt dazu ständig ein neuer Steilpass in den Fünfmeterraum. Hulda hat mit allen Menschen Mitleid, die auf die schiefe Bahn geraten. Aber es ärgert sie, dass die Großen und Reichen medial solches Mitleid bekommen. Sogar Frau Müller-Wohlfahrt hat über die Tränen von Uli spekuliert. Apropos Uli, da gäbe es noch andere Fälle, aber das lässt Hulda heute lieber.

Die andere mediale Rückwärtssaltoeinlage ist die Präsentation und Analyse der Wahlen. Wie immer nach den Wahlen, zumindest kommunal sind diese vorbei, fühlen sich alle als Sieger - auch wenn Hulda in der Schule irgendwie anders rechnen gelernt hat.

Was Hulda wirklich empört, ist, dass nur knapp 25% der Wahlberechtigten die Mehrheit im Stadtrat durch ihre Stimme legitimiert haben. Hulda ist zornig auf all die, die nicht zur Wahl gehen. Und noch zorniger auf die, die überall alles besser wissen, aber die Chancen zur Mitgestaltung nicht wahrnehmen.

Und zugleich fragt sich Hulda: Warum gehen Menschen nicht zur Wahl? Geht es den Menschen einfach zu gut? Ist irgendwie wohl doch alles in Ordnung?

Oder haben manche Menschen in unserer Stadt schon resigniert und keinerlei Hoffnung und Vertrauen, dass sie mit ihrer Stimme das politische Geschehen nachhaltig beeinflussen könnten?
Oder, und da wird Hulda richtig nachdenklich, gibt es vielleicht Menschen, die gar nicht mehr in der Lage sind, an gesellschaftlichen Prozessen teilzunehmen? Hulda hat durchaus des Lesens und Schreibens Mächtige vor dem Wahllokal gehört, die auch noch einmal genau überlegen mussten, wie das mit dem Panieren oder wie das alles heißt, geht…

Und manche Menschen, so weiß Hulda, leben ohne Kalender und ohne soziale Kontakte, die über Wählen und Teilhabe dieser Art gar nicht reden. Hulda findet, kommunalpolitisch Ferne sollten einmal ganz oben auf der Agenda des neuen Stadtrates stehen.

Offen ist dagegen ja noch die Landratswahl. Auch da hat Hulda nur den einen Wunsch, dass da mehr hingehen, als vor zwei Wochen! Egal wer, egal ob Eberl oder Bär, gell das reimt sich ganz nett - egal wer, sollte durch möglichst viele legitimiert werden.

Und dann war da noch die Wahl auf der Krim. Inzwischen wird ja das europäische Säbelrasseln auch etwas nachdenklicher. Insbesondere die Worte des russischen Generalkonsuls in der Akademie in Tutzing haben aufhorchen lassen. Gab nicht Kohl einst ein Versprechen, dass die Osterweiterung von NATO und EU nicht weitergehen sollte? Hulda hofft nur, dass die Gespräche in Gang bleiben und letztlich alle auf der Krim ein Leben führen dürfen, wie wir es uns für uns wünschen.

Und Syrien? Medial sind wohl 140.000 Tote nicht mehr begreifbar, da macht ein weinender Hoeneß schon mehr her.

Meint Hulda

(tw 03/ 2014)

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