Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und Land in Sicht

Administrator on Jun 01 2013

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so, also Hulda kann es so wirklich gar nicht begreifen. Nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 nun das Jahrtausendhochwasser 2013. Was kommt dann 2024?

Angeblich ist das Atomkraftwerk Krümmel an der Elbe sicher. Bis 9 Meter und fünfzig Zentimeter. Angeblich ist alles sicher, da nur 8 Meter und 15 Zentimeter Hochwasser erwartet werden. Hulda rechnet nach: Super - 1 Meter und 35 Zentimeter trennen Deutschland von einem Super-GAU (Größter anzunehmender Unfall). So ähnlich haben die Japaner auch argumentiert, vor dem Tsunami.

Und es ist Hulda völlig egal, ob das Wetter nun ein meteorologischer Ausnahmebefund war oder Folge der Klimaerwärmung. Für die betroffenen Menschen ist es eine Katastrophe. Und das Wasser in den Häusern und auf den Feldern ist kein sauberes Trinkwasser, sondern eine braune, stinkende Brühe mit Fäkalien und Öl vermischt.

Hulda ist heilfroh, etwas höher zu wohnen. All das Gejammer im Hühnerstall über den langen Winter, den novembrigen Mai und den Dauerregen, was soll das angesichts der existentiellen Fragen in den Hochwassergebieten.

Und zugleich ist Land in Sicht. Die nicht gerade von den Studierenden begeisterten Passauer sind überrascht, welche Hilfswelle durch social networking möglich geworden ist. Bei allem Unglück, Menschen spüren, dass auch die jungen Leute noch echt anwesend sind, dass sie zupacken und unterstützen. Land in Sicht, die Jugend scheint besser, als sie geredet wurde. Nicht nur in Passau.

Und nach der Flut ist sicher vor der Flut denkt sich Hulda. Ob da neben wahlkampftauglichen Bildern in und ohne modische Gummizehenabdeckung noch mehr passiert? Ob es Richtung CO2 Emissionen endlich Nägel mit Köpfen gibt? Ob es vielleicht doch ratsam wäre, keine weiteren Flächen unnötig zu versiegeln, sondern Betriebe in bestehenden hochwassersicheren Industrie- oder Gewerbebrachen anzusiedeln? Oder gar zu überlegen, dass Wasser Platz braucht, viel Platz und keine statistischen Überlegungen, dass das eh so schnell nicht mehr vorkommt, also nach 2002 eigentlich erst 2102, und nun nach 2013 erst wieder 3013?

Und Hulda versteht auch den Ärger mancher Betroffener. Wenn die Hochschutzmauern und Deiche an der einen Stelle immer höher werden, dann wird dadurch das Wasser nicht weniger, sondern schneller und noch gefährlicher.

Das ist wie im Hühnerstall, wenn manche den Mist einfach von der einen auf die andere Seite schieben und dann wieder zurück. Erst wenn alle gemeinsam hinlangen und den Mist beiseite schieben, dann kann man wieder trockenen Fußes durch den Stall laufen.
Aber den Menschen klar zu machen, dass alle an dem Mist bzw. Hochwasser Anteil haben, ist schwer. Wieso, ich lasse doch nicht regnen? Sagen dann manche. Stimmt. Aber Dein Auto fährt auch über Autobahnen und Deine Sachen, die Du immer und überall haben willst, müssen ja irgendwo entstehen usw.
Naja, Hulda fängt schon wieder an zu denken. Das ist für Hühner einfach zu gefährlich.

Aber Land in Sicht, das ist ein Motto, das Hulda richtig gut gefällt.
Und ihren eigenen Mist sollte Hulda auch mal wieder in den Blick nehmen.

Und spenden vielleicht auch!

Meint Hulda

(tw 06/2013)

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