Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Hulda und Sotschi

Administrator on Feb 01 2014

Hulda, nennen wir das Huhn einfach einmal so, also Hulda wäre schon gerne nach Sotschi gefahren. Nur wenn nun der Bundespräsident auch nicht fährt, fragt sich Hulda schon, ob es denn politisch korrekt ist, hinzufahren.

Hulda versteht ja nicht viel von Politik. Vor allem versteht Hulda folgendes nicht: Warum sagt der Bundespräsident eigentlich nicht deutlich, warum er nicht fährt? Menschenrechtsverletzungen und der Umgang mit der Opposition scheinen laut Nachrichtenmagazin „der Spiegel“ die Gründe dafür zu sein. Aber das ist wohl Diplomatie.

Verrückte Welt, denkt sich Hulda.

Aber zurück zu Sotschi. Gerüchte sagen ja, dass insbesondere beim Zweierbob und beim Rodeln in Zukunft Mindestabstände zweier Athleten auf dem Sportgerät eingehalten werden müssen. Oder zumindest gemischte Teams an den Start gehen sollen. Hintergrund dafür ist wohl eine Äußerung von Putin (Spiegel17.1.14): „Homosexuelle dürfen in Sotschi entspannt sein, wenn sie sich von Kindern fernhalten.“

Hulda kriegt den Schnabel gar nicht mehr zu. Ist denn dieser Mensch von allen guten Geistern verlassen? Lieber sollte er all die heterosexuellen Bordellbesucher in Sotschi im Auge behalten, eine übliche Begleiterscheinung von Großereignissen, die sich an minderjährigen Zwangsprostituierten vergreifen.

Zugleich denkt sich Hulda, ist es gar nicht so schlecht ist, Länder wie Russland für Weltspiele auszuwählen. Damit kommt an die Öffentlichkeit, was sonst keinen wirklich interessiert.

Und der Fingerzeig auf Russland lässt in altbewährter Weise ja drei Finger auf einen selbst zurückfallen. Insbesondere die Frage der Homosexualität ist ja auch bei uns immer noch mit ganz besonderen Emotionen versehen. Ganz neu belebt durch die Initiative insbesondere in den Schulen, die Normalität von hetero- und homosexuellen Veranlagungen bereits früh den Kindern zu vermitteln.

Ganz ehrlich, Hulda zuckt auch etwas zusammen, wenn sich zwei Hühner küssen, weil dies auch auf dem Bauernhof eher die Ausnahme ist. Aber die Haltung vom neuen Papst zu dieser Frage findet sie einfach klasse. So Franziskus I.: "Eine Person hat mich mal auf provozierende Weise gefragt, ob ich Homosexualität gutheißen würde. Ich habe mit einer weiteren Frage geantwortet: 'Sag mir – wenn Gott eine schwule Person betrachtet, befürwortet er die Existenz dieses Menschen mit Liebe oder weist er diese Person zurück und verurteilt sie?'"

Und Hulda ist sich sicher, dass Franziskus alle Bibelstellen sehr gut kennt. Und er pickt sich eben nicht nur eine heraus, sondern hält sich auch an die biblischen Belege, die von Barmherzigkeit und der Liebe Gottes reden. Und er lebt diese Haltung auch.

Hulda ist sich sicher: Es wird auch bei uns noch Zeit brauchen. Die Indoktrination der NS- Diktatur hat tiefe Spuren hinterlassen. Und Bibelstellen immer nur so zu zitieren, wie es einem passt, ist nicht nur moralisch verwerflich. Man sollte Paulus Römerbrief Kapitel 1, Verse 18-32 ganz lesen. Auch die Anweisungen zu Bosheit, Niedertracht und Zuträgerei verdienen Beachtung. Und es steht keinem zu, die eine Forderung exklusiv herauszustellen und über die anderen zu schweigen.

Wie auch immer, Hulda ist so ganz langsam selber so weit, dass sie gar nicht mehr hinfahren möchte. Und Fernsehen wird sie auch nicht, zumindest keine Winter – Putin – Beweihräucherungsspiele. Aber ein bisschen Sport darf sein!

Meint Hulda

(tw 02/2014)

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