Hulda.

Hulda.

Das Huhn.

Treten Sie ein!

Administrator on Jan 06 2007

Damit hat alles begonnen "Treten Sie ein!". Das stand auf dem Papierfetzen, der ins Hühnergehege geflogen war, knapp der Altpapiertonne entkommen.

Aktion der "Evangelischen Landeskirchen..." murmelte Hulda vor sich hin und irgendwann hat sie dann das schöne Sonntagsläuten der Dorfkirche aus dem Grübeln gebracht.

"Treten Sie ein!", musste schließlich auch für Hühner gelten, nicht nur für verlorene Schafe, mit denen sich Hulda übrigens prächtig versteht. Aber das ist eine ganz andere Sache...

Okay, Hulda macht sich auf den Weg und kaum angekommen, schon wird ihr unters Gefieder geguckt: Kohle, Moneten, Eier müssen raus. Kaum ist Hulda eingetreten, die Glocke aus, die Orgel an - schon will man ihr an die Eier! Eier? Nee, nee. "Meine Eier kriegt niemand so schnell, schon gar nicht ohne Vorleistung!"

Wer weiß, was die Typen damit anstellen. Vielleicht einen Saufen gehen, einen drauf machen. Es ist ja allgemein bekannt, dass nicht alles, das freiwillig oder zu einem guten Zweck gegeben wird, auch gut ankommt. Und schwarze Eierpackungen kommen für Hulda erst gar nicht in Frage.

Nachdem Huldas Empörung in der Kirchenbank gedämpft ist, lauscht sie aber erst einmal dem Kirchensound und da ist manches dabei, was sie wundert, aber auch manches, was ihr gefällt. Warum weiß sie nicht genau, will das aber herausfinden.

Irgendwann erfährt sie dann auch, wohin die ganzen Eier gehen sollen. Heute klingt das ganz gut und irgendwie sagt sich Hulda im Herzen dann auch: ein bisschen Ei für Ärmere oder ei-lose könnte vielleicht etwas mit Gerechtigkeit zu tun haben. Da schwillt die Hühnerbrust plötzlich an und sie greift sich unter die Federn...

(mv/2007)

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